Rohkost – warum?

“Rohkost ist die natürliche Ernährungsform.” So argumentieren begeisterte Anhänger der Rohkostbewegung, die diese Lebensform auch jahrelang praktizieren. “Rohkost schafft Mangelerscheinungen.” Das ist nicht nur die Meinung vieler Ärzte, sondern auch die Erkenntnis so mancher schwangeren Veganerin. “Dies ist prinzipiell keine Dauerkost, sondern eine Diätform.” Das ist das Fazit von Fruchtessern.
Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Meinungen und Erkenntnissen?

Die Rohkost als eine gültige Grundform gibt es nicht. Hier gibt es mehr oder weniger filigrane Unterschiede. Fruchtesser gehören zu den Veganern, welche wiederum das Blattgrün von Kräutern und Gemüse sehr schätzen, tierische Lebensmittel jedoch strikt ablehnen. Der Vegetarier erlaubt sich auch Eier und Milch, jedoch kein Fleisch. In beiden erwähnten Versionen gibt es noch etliche Unterformen mit verschiedenen Schwerpunkten. Der Normal-Esser ist der Meinung, Rohkost sei der gemischte Salat zum Steak oder die Obstschale zum Dessert und liegt damit nicht falsch.

Da Rohkost also als Sammelbegriff zu verstehen ist, gehören unter Umständen auch Sushi und Tartar auf den Speiseplan. Eine solide rohköstliche Ernährung bezieht außer Früchten, Kräutern und Blättern, Wurzeln und Nüssen auch tierische Erzeugnisse wie Honig, Eier, Milch, Fleisch und Fisch mit ein. Allen Formen ist gemein, dass die Lebensmittel nicht über 32 °C erhitzt werden, da Hitze die Eiweißstrukturen verändert.
So erklärt sich, dass die oben angeführten Thesen alle ihre Gültigkeit haben.

Eine ausschließlich auf Rohkost basierende Ernährung ist eine ausgezeichnete Heildiät bei allen Erkrankungen, die auf Verschlackung zurückzuführen sind. Hier sind unter anderen Gicht, Arthritis, Arthrose, Cellulite und viele Kopfschmerz-Arten gemeint. Auch Reizungen der Schleimhäute, Harnwegsinfekte und Übersäuerung sind hier zu nennen. Die heilsame Wirkung begründet sich aus dem hohen Anteil an Vitalstoffen, die die Zellen nähren und den Ballaststoffen, die den Verdauungstrakt reinigen. Dadurch wird eine bessere Nährstoffaufnahme erlangt; der Körper kann sich von den Schlacken befreien und das Leben wieder genießen.

Wie bei allen Diäten handelt es sich auch hierbei um keine Dauerkost. Ein optimaler Zeitraum liegt bei 3 Monaten. Nach 1/2 Jahr sollte man langsam wieder einen normalen Speiseplan anstreben.
Wieso ist das so?

Die Veränderung der Nahrung durch Erhitzen hat nicht nur Nachteile. Hitze ist quasi eine Zutat, die die Lebensenergie – bei den Asiaten Chi genannt – wärmt. Fehlt sie längerfristig, unterkühlt das Chi. Man verliert die innere Wärme, was sich in einer freudarmen Ausstrahlung, Lustlosigkeit oder sogar Untergewicht äußern kann.
Für einen gesunden Körper ist eine ausgewogene Kost mit einem hohen Rohkostanteil ein guter Plan.

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